Die Germania-Ausgabe

Zuerst wurde in Paris eine Markenausgabe mit einem Aufdruck in Steildruck hergestellt, die am 7.Juli 1920 an die Postschalter im Memelgebiet kam.

Zeitgleich wurde in Berlin eine Markenausgabe mit dem Buchdruck-Aufdruck "Memelgebiet" in Auftrag gegeben, die aber erst in den frühen Augusttagen 1920 (einige Briefe liegen ab 2. August 1920 vor) in Memel ankam. Inzwischen war die französische Ausgabe bereits an den Postschaltern angelangt, dennoch gestattete der französische Gouverneur Odry auch die Freigabe der Ausgabe von der Reichsdruckerei - frankiert werden durften jedoch nur Postsendungen innerhalb des Memelgebietes und nach Deutschland. Trotz des späteren Eintreffens der in Berlin gedruckten Marken wird diese Serie schon immer als "erste" Ausgabe des Memelgebietes im Michel-Katalog geführt.

Diese erste Serie - insgesamt 20 Werte - war bis zum 31.10.1920 gültig

Danach hatten nur noch die französischen Werte frankaturgültigkeit. Bei den Marken aus der Reichsdruckerei gibt es drei verschiedene Überdruckformen:

1.) die 100er Platte für die Kleinformate im Buchdruck (10x10 Marken)

2.) die 50er Platte für die Markwerte im Offsetdruck  (5x10 Marken)

3.) die 20er Platte für die Markwerte in Stichtiefdruck (4x5 Marken)

Bei den Kleinformarten wird nach Platten- und Walzendruck unterschieden.

Ohne Ober bzw. Unterränder- oder kennzeichnende Seitenrandstücke ist eine Unterscheidung aber kaum möglich.

Die Plattendrucke:

Am Oberrand sind die Reihenwertzahlen ohne Striche zu finden. Am Unterrand dagegen liegt oft ein ca. 2,2 mm hohes Strichband vor, welches fast bis zur Mitte geht, hier wird es dann normalerweise von der H(aus)-Druckauftrags-Nummer unterbrochen. Diese Hausauftragsnummern zeigen bei unifarbigen Drucken die Farbe der Urmarken, bei den zweifarbigen Werten die schwarze Farbe der Germaniabilder. Nur einige Werte zeigen auf den linken und rechten Bogenrändern die H-Nummern des Ur-Druckauftrages, statt auf dem Bogenrand unten.

 

Die H-Nummern der Aufdruckplatten- "Memelgebiet" finden sich immer auf dem Unterrand - in schwarz. Die Walzendrucke:

Am Oberrand befinden sich die Reihenwertzahlen, eingerahmt durch die senkrechte Strichelung, am Unterrand ist ebenfalls eine senkrechte Strichelung vorhanden.

Auf den 50er-Felderplatten weisen die unteren Bogenränder die Reihenzähler 1 - 5 (unter den Feldern 46-50) und die Hausauftragsnummern auf. Bei einigen Werten sind unterschiedliche Typen von farbigen Ur-Nummern vorhanden. Diese finden sich immer unter Feld 50. Die Aufdruck-Hausauftragsnummern findet man in variierenden Positionen, unter den Reihenzähler 2 bis 3 vor. Die 20er-Felderplatten haben keine Hausauftragsnummer, sie weisen in Spiegelschrift gedruckte Nummern auf. Die aufgedruckten Hausauftragsnummern sind immer schwarz und auf dem unteren Bogenrand unter Reihenzähler 2 bis 3 zu finden.

Bei den Aufdrucken lassen sich drei Gruppen unterscheiden:

  • glänzender Aufdruck

  • matter Aufdruck

  • stumpfer Aufdruck (= rußig)

Germania-Marken auf Ganzstücken sind nicht häufig; meisten wird man noch den Wert zu 40 Pfg. finden, welcher das einfache Briefporto abdeckte. Satzbriefe (stark überfrankiert!) kommen häufiger vor!

Selten, da nur kurze Zeit möglich, sind Mischfrankaturen mit den französischen Ausgaben.

Versteigerung der Postwertzeichen

Aus dem Amtsblatt des Memelgebietes vom 22.Juli 1921 Nr.82 S.680 geht hervor, daß eine Postwertzeichenversteigerung vom 10.-12.8.1921 erfolgte, während dieser Auktion wurden die nicht aufgebrauchten Restbestände versteigert. "Die Versteigerung findet in der Zeit von Mittwoch den 10. August, bis einschließhlich Sonnabend den 18. August 1921, im Postamt Memel statt. Das Ausgebot geschieht durch Einzelgebote auf die einzelnen Lose oder die etwas angebotene Losgruppe. Zuschlag erhält der Meistbietende. Bei Streitigkeiten über den Zuschlag wird das Los noch einmal ausgeboten. Werden mehrere gleich hohe Gebote abgebeben wird gelost. Die Landesverwaltung behält sich das Recht vor den Zuschlag für ein Los nicht zu erteilen, wenn ein ihr angemessene erscheindender Erlös bei der Versteigerung nicht erzielt wird. Luxussteuer wird vom Käufer nicht erhoben. ..."Folgende Tabelle gibt einen interessaten Überblick über die versteigerten Beständen:

Marken

 

Markenausgabe

Mi.-Nr. 1

5 Pf.

a.) schwärzlichsmaragdgrün (Plattendruck)

b.) dunkel (grau-)grün bis schwärzlichgrün (Walzendruck)

c.) dunkel- bis schwärzlichbläulichgrün (Plattendruck) Diese Marke ist im Platten- und Walzendruck verausgabt.

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt (nur beim Plattendruck):

H 5591 19 am linken Bogenrand H 6658 19-l am linken oder rechten Bogenrand H 6658 19-2 am rechten Bogenrand

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4065.20 Länge : 19.5 mm, Punkt auf der Grundlinie H 4065.20 Länge : 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie H 4065.20 Länge : 20.5 mm, Punkt über der Grundlinie

Außerdem sind Seitenrandstücke aus Rollenbahnbogen bekannt geworden

Auflage: 214.000 Marken

Mi.-Nr. 2

10 Pf. karminrot, (lebhaft)rotkarmin

Diese Marke gibt es nur im Plattendruck

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt:

H 2383.20-5-7 am linken Bogenrand H2383 20-6 am rechten Bogenrand H 2683.20 am unteren Bogenrand H 3061.19 am rechten Bogenrand

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4066.20 Länge : 19.5 mm, Punkt auf der Grundlinie H 4066.20 Länge : 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie

Auflage: 58.000 Marken

Mi.-Nr. 3

15 Pf.

a.) (dunkelbraun) lila

b.) dunkelbraunpurpur Diese Marke gibt es nur im Plattendruck.

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt:

H 3062.19 am linken und rechten Bogenrand H 3768.21 H 2851 20 ohne PUNKT nach 2851 H 2851.20 am linken Bogenrand H 2851.20 am rechten Bogenrand

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4067.20 Länge : 19.5 mm, Punkt auf der Grundlinie H 4067.20 Länge : 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie H 4067.20 Länge : 19.25 mm, Punkt über der Grundlinie H 4067.20 Länge : 20.5 mm, Punkt über der Grundlinie

Auflage: 48.000 Marken

Mi.-Nr. 4

 

20 Pf.

a.) lebhaft- bis dunkellilaultramarin (Platte und Walze)

b.) (dunkel) violettblau (Töne) (Platte)

Diese Marke liegt im Platten- und (wesentlich seltener) im Walzendruck vor!

1.) Plattendruck

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt:

H 5588. 19-3 am linken und am rechten Bogenrand H 5712.19-8 am rechten Bogenrand H2977.20-12 (") am rechten Bogenrand H 2977.20-10 am rechten Bogenrand H 2977.20-9 am linken Bogenrand H 2977.20-16 am rechten Bogenrand

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4068.20 Länge = 19.25 mm, Punkt über der Grundlinie H 4068.20 Länge = 19.75 mm, Punkt auf der Grundlinie

2.) Walzendruck

Die Hausauftragsnummern der Urmarken sind nicht bekannt.

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4068.20 am rechten Bogenrand

Gesamtauflage: 397.000 Marken

Mi.-Nr. 5

30 Pf. dunkelrotorange (Töne)/schwarz x.) auf hellchromgelbem Papier (Platte und Walze) y.) auf orangeweißem Papier (Platte und Walze) y

a.) mit Kriegsgummierung (Walze) y

b.) mit heller Friedensgummierung (Platte) y-Papier:

Die Urmarke Mi.-Nr. 89 II kommt meist im Walzendruck; seltener im Plattendruck vor.

Die H-Nummern der Urmarken sind bisher nicht bekannt!

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4069.20 Länge = 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie H 4069.20 Länge = 19.5 mm, Punkt oben

Bei diesem Wert sind stärkere Aufdruckverschiebungen bekannt, selten!

Auflage: 106.000 Marken

Mi.-Nr. 6

40 Pf. (dunkel) karminrot bis (lebhaft) lilarot/schwarz

Diese Marke ist nur in Walzendruck erschienen.

Die Urmarke hat keine H-Nummer.

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4070.20 Länge = 19.5 mm, Punkt auf der Grundlinie

Auflage: 1.206.000 Marken

Mi.-Nr. 7

50 Pf. dunkelgraulila bis dunkelbräunlichlila (Töne)/schwarz x.) auf hellchromgelbem Papier (Platte und Walze) y.) auf orangeweißem Papier mit Friedensgummi (Platte)

Die Marken sind im Plattendruck, seltener im Walzendruck erschienen. Die Marken auf orangeweißem Papier sind selten.

Vorsicht vor Verwechselung mit den Marken auf ,,hellem" hellchromgelben Papier!

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt:

a.) Plattendruck H 4370.19 violetpurpur/braunschwarz auf orangeweißem Papier (Bogenrand links) (Mi.-Nr. 7y) H 5590.19 blauviolett/braunschwarz auf hellchromgelben Papier am linken Bogenrand (Mi.-Nr. 7x) H 5590.19 blauviolet/braunschwarz auf hellchromgelbenPapier am rechten Bogenrand (Mi.-Nr. 7x) H 6880. l9 rötlichviolet/braunschwarz auf hellchromgelben Papier (Mi.-Nr. 7x) (Bogenrand unten)

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4071.20 Länge =19.25 mm, Punkt über der Grundlinie H 4071.20 Länge = 19.75 mm, Punkt über der Grundlinie H 4073.20 Papier orangeweiß!

b.) Walzendruck

Die Urnummern sind nicht eingedruckt. Der Aufdruck hat die Nummer "H 4071.20." - Dieser Wert ist relativ selten.

Auflage: 340.000

Mi.-Nr. 8

75 Pf.

a.) schwarz(blau)grün/grünschwarz

b.) schwärzlich grünblau/grünschwarz Diese Marken ist nur im Walzendruck bekannt.

Die H-Nummern der Urmarken haben keinen Eindruck.

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4073.20 Länge = 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie H 4073.20 Länge = 20.25 mm, Punkt über der Grundlinie

Auflage: 58.000 Marken

Mi.-Nr. 9

1.- Mark (dunkel)karminrot bis rotkarmin (20er-Feldplatte) In Spiegelschrift sind auf dem unteren Bogenrand die Bogenzählnummern eingedruckt. Der benutzte Zähnungskamm hat die Bögen jeweils entweder rechtsseitig oder auch linksseitig durchgezähnt. (Bogenzählnummern: 87, 316, 344, ..1, .38 letztere unvollständig)

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4075.20 Länge = 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie.

Besonderheiten:

Mi.-Nr. 9I: 26:17 anstatt 25:17 Zähnungslöcher

Mi.-Nr. 9 II: Kopfstehendes ,,b" (wie q) im Aufdruck.

In einer Teilauflage sind in der 3.Vertikalreihe Beschädigungen und hohle Lettern in den Aufdruckbuchstaben zu finden.

Auflage: 151.600 Marken

Mi.-Nr. A 9

1.- Mark (dunkel)karminrot bis rotkarmin

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt: HAN U: H3409.20

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4075.20, Punkt über der Grundlinie

Diese Aufdruck-HAN entspricht der HAN der Mi.-Nr. 9 (ebenfalls 1 M. - allerdings im 20er-Bogen im Stichtiefdruck hergestellt!) Vermutlich wurde dieser Bogen im Rahmen der Postwertzeichen-Versteigerung unerkannt mit verkauft!

Mi.-Nr. 10

1.25 Mark (dunkel)grün bis dunkelopalgrün

Die Marke wurde auf 50er-Feldplatten im Offsetdruck hergestellt.

Ein ganzer Bogen mit kopfstehendem Aufdruck wurde teilgezähnt aus der Serie H 2024.20 bekannt.

Dieser Bogen lag 1953 bereits Herrn Ing. Becker vor - (Download des Artikels) Nachdem der Bogen dann etliche Jahre verschwunden war, tauchte er wieder auf - nun allerdings komplett gezähnt; bisher ist man immer davon ausgegangen, dass dieser Bogen bis auf zwei Reihen komplett ungezähnt war. Nach einer entsprechenden Bearbeitung in einem Bildbearbeitungsprogramm lassen sich aber die Zähnungsansätze komplett im ganzen Bogen erkennen!

 

 

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt: H 60091.9

H 2024.20 (drei verschiedene Typen z.B. der "4" sind bekannt)

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4076.20 Länge = 19.25 mm, Punkt über der Grundlinie H 4076.20 Länge = 20.25 mm, Punkt über der Grundlinie

Auflage: 17.000 Marken

Mi.-Nr. 11

1.50 Mark

a.) gelbbraun bis orangebraun

b.) dunkelbraunorange

c.) (dunkel)braunocker bis schwärzlichbraunocker Die Marken sind von 50er-Felderplatten hergestellt - ebenso wie die 1,25 M. im Offsetdruck.

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt:

H 3408.20 Punkt über der Grundlinie (fette Ziffern) H 3408.20 Punkt auf der Grundlinie (magere Ziffern ) H 4890.20 Punkt über der Grundlinie ohne Kreuz H 4890.20 Punkt über der Grundlinie mit Kreuz H 6011.19

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4077.20 Länge = 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie H 4077.20 Länge = 20.25 mm, Punkt über der Grundlinie

Auflage: 27.000 Marken

Mi.-Nr. 12

2.- Mark

a.) (dunkel)blau

b.) dunkelkobalt

c.) schwärzlichblau bis schwarzblau

Besonderheiten Mi.-Nr. 12 I:

Zähnung mit 26:17 Löchern (Urmarke Deutsches Reich Mi.-Nr.95AII)

eine sehr seltene Marke!

Die Auflage dieser seltenen Zähnungsvariante beträgt ca. 40-60 Stück; wobei sich verschiedene Farben finden lassen.

In einer Teilauflage sind in der 3.Vertikalreihe Beschädigungen und hohle Lettern in den Aufdruckbuchstaben zu finden.

Hausauftragsnummer kommen auf den Urmarken wieder nicht vor, man findet auf dem Bogenrand unten, selten am oberen Bogenrand, in Spiegelschrift Zählnummern (81, 125, ..8).

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4078.20 Länge = 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie H 4076.20 Länge = 20.0 mm, Punkt über der Grundlinie

Auflage: 65.000 Marken

Mi.-Nr. 13

 

2.50 Mark

a.) (lebhaft) rotkarmin bis lilarot ( 115b.)

b.) (dunkel) karminlila ( 115c.)

c.) dunkelgraulila [rotlila] (115e.)

d.) (dunkel) bräunlichlila ( 115f.)

e.) (dunkel) rosalila (1l5a.) In Klammer sind die Farben der Urmarken des Deutschen Reiches angegeben, eine exakte Vergleichbarkeit ist nicht möglich, diese Zuordnung bietet aber einen guten Anhaltspunkt!

Folgende H-Nummern der Urmarken sind bekannt: H 6010.19 (115e + 115a) (je 5 Bögen) H 2025.20 (115b) (350 Bögen) H 3407.20 (115f) (zwei verschiedene Typen der "4" bekannt (je 10 Bögen) H 4891.20 (115e) (die "4" der H- Nr. ist offen.) (75 Bögen) H 4891.20 (115c) (die "4" der H-Nummer ist geschlossen) (breite "4", gerader Anstrich der "4") ( 10 Bögen) H 4891 .20 (115f) (die "4" der H-Nummer ist schmal und geschlossen) (Anstrich der "4" gebogen) (35 Bögen)

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4079.20 Länge = 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie H 4077.20 entdeckt 1/2002 auf Nr. l3 a H 4079.20 Länge = 20.25 mm, Punkt über der Grundlinie

Besonderheiten:

Mi.-Nr. 13 I:

In einer Teilauflage kommt der Aufdruckfehler "Memelgevier" auf Feld 45 vor!

Auflage: 25.000 Marken (500 Bögen)

Die folgenden Kleinformate sind in neuen Farben hergestellt, diese Marken sind später an den Schalter gekommen. Nach dem Auftrag für sie (niedrigen HAN) müssten erst die Urmarken nachgedruckt worden sein (höhere HAN). - Auf diesen Werten finden sich auch einige Aufdruckfehler! Diese Aufdruckfehler lassen sich bisher auf folgenden Felder feststellen:

  • Feld 10 == rechte Seite des Querbalkens im "t" mit großer Kerbe bzw. gebrochen

  • Feld 40 == rechte Seire des Querbalkens im "t" gespalten

  • Feld 93 == "t" in Memelgebiet mit Haken auf der linken Seite des Querbalkens

Mi.-Nr. 14

10 Pf. gelblichorange bis rötlichorange

Die Marke ist in Platten- und Walzendruck hergestellt. Plattendruck

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt:

H 6942.20 Punkt über Grundlinie H 6422.20 Punkt über Grundlinie H 6906.20 Oberrandstücke im Plattendruck sind selten!

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4701.20 Länge = 19.75 mm, Punkt über der Grundlinie H 47 4.20 Null fehlt

Existenz wird angezweifelt - sollten Sie ein solches Stück besitzen bitte ich um Vorlage!

H 4704.20 Null höher und tiefer, Punkt über der Grundlinie H 4704.20 Länge = 19,5 mm, Punkt über der Grundlinie

Auflage: 344.000

Mi.-Nr. 15

30 Pf. dunkelpreußischblau

Die Marken wurden im Platten- und seltenem Walzendruck hergestellt.

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt:

a) Plattendruck:

1.) Farbe: kobaltblau H 4401.20 H 4401 20 ohne PUNKT nach 4401 H 4887.20 H 559l.20 H 6598.20 Gummi gelb, Punkt über der Grundlinie

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4069.20 Länge = 19.25 mm, Punkt über der Grundlinie H 4069.20 Länge = 20.0 mm

2.) Farbe grünlichblau

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt: H 5504.20

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4703.20 Länge = 20.75 mm, Punkt über der Grundlinie

b) Walzendruck: (selten) mit unscharfem Druck

Die Hausauftragsnummern der Urmarken sind nicht eingedruckt.

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4069.20 Punkt über der Grundlinie

Auflage: 450.000

Mi.-Nr. 16

60 Pf. (grünoliv) bis (dunkel) grauoliv x.) glatte Gummierung (Plattendruck) y.) senkrecht geriffelte Gummierung (Walzendruck) - stark abweichende Urmarken-Farbe!

Die Marken fast ausschließlich im Plattendruck hergestellt. Die seltenen Marken im Walzendruck haben die Urmarken-H-Nummer 9303 auf dem linkem Bogenrand

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt:

H 3338.20 H 4063.20

1. Lieferung grauoliv, Gummi glatt

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4072.20 Länge = 19.5 mm, Punkt über der Grundlinie H 4066.20

2. Lieferung dunkelolivgrün bis gelbgrün (senkrechte Gummiriffelung) senkrechte Gummiriffelung:

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4072.20 Länge = 20.0 mm, Punkt über der Grundlinie

Auflage: 103.000 Marken

Mi.-Nr. 17

80 Pf.

a.) (mittel) lilaultramarin

b.) (grau) violettultramarin Die Marken sind nur in Plattendruck hergestellt.

An H-Nummern der Urmarken sind verausgabt:

a.) H 3340.20 (mittel) lilaultramarin H 6419.20 (grau)violettultramarin H 6946.20 tiefultramarin

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4074.20 Länge = 19,5 mm, Punkt über der Grundlinie

b.) H 3340.20 tiefviolettblau

Die Aufdruck-HAN ist mit folgenden Nummern bekannt:

H 4705.20 Länge = 19,75 mm, Punkt über der Grundlinie

Auflage: 89.000 Marken

Nicht ausgegebene Germania-Überdruckwerte aus der Reichsdruckerei: (Aufdruck,,rußig")

Mi.-Nr. A I

60Pfg., dunkelgraulila- bis grün-purpur (Urmarke Deutsches Reich Mi.-Nr.92IIa)

Mi.-Nr. A II

80 Pfg., karminrot/grauschwarz auf rosafarbenen Papier. (Urmarke Deutsches Reich Mi.-Nr.93IIa)

 

Bei allen Werten kommen (wenn auch sehr selten) Druckspieße vor:

 

Ganzsachen

Im September 1920 wurden auch diverse Ganzsachen mit dem Aufdruck "Memelgebiet" verausgabt

  • eine Postkarte mit 30 Pf. kobaltblau
  • eine Postkarte mit 30 Pf. dunkelblau (Die Trennlinie auf der Vorderseite liegt dabei unter dem rechten Abwärtsstrich vom "k")

 

Auflage jeweils ]52.000 Stück.

  • eine Postkarte mit 40 Pf. tiefkarmin (Auslandsporto)
  • eine Postkarte mit 40 Pf. rot

Auflage jeweils 4.000 Stück.

  • ein Postanweisungsformular mit 50 Pf. dunkelviolett/rosa

Auflage: 19.000 Stück.

Diese Ganzsachen wurden analog zu den Briefmarken am 31.10.1920 außer Kurs gesetzt.

Aufdruckfälschungen

Bei allen Werten kommen Aufdruckfälschungen vor, viele dieser Fälschungen lassen sich einfach bei einem Vergleich mit einem sicher echten Aufdruck aussortieren - die Buchstabenform sowie die Größe weichen hier meist eklatant ab:

Stempelfälschungen

Auf dieser Ausgabe können mit dem Stempel Zusatz "MEMELGEBIET" nur die Stempel

  • ÜBERMEMEL

  • UZPIRDEN

vorkommen. Alle anderen Stempel mit diesem Zusatz sind IMMER falsch!

Der sehr häufig auftretende Stempel "BISMARCK MEMELGEBIET" ist auf dieser Ausgabe immer falsch!